Wie lässt sich aus Hunderten prachtvoller Gärten eine Auswahl der zehn schönsten treffen? Wie Sie sich denken können: kaum. Jeder Garten hat seine eigenen Blumen und Pflanzen, seine eigenen Düfte und Farben, seine eigene Wirkung und seinen eigenen Charakter. Hinzu kommt, dass Geschmäcker verschieden sind – was dem einen gefällt, spricht den anderen weniger an. In einem Punkt sind wir uns jedoch einig: Die Gärten Englands gelten als die schönsten der Welt.
Was sind die schönsten Gärten Englands?
Wir haben für Sie eine Auswahl unserer Lieblingsgärten zusammengestellt – bekannte wie weniger bekannte (in zufälliger Reihenfolge). Wir hoffen, Sie damit zu inspirieren.
- Wildside
- Great Dixter
- Sissinghurst Castle Garden
- Tresco Abbey Gardens
- Preen Manor Garden
- Hidcote Manor Garden
- Bramdean Garden
- Buscot Park
- Trebah Garden
- Kiftsgate Court Gardens
Wildside
Bei der Ankunft deutet nichts darauf hin, dass sich hier ein reizvoller Garten verbergen sollte. Auch am Tor entdeckt man keine Spur einer Gärtnerei. Tritt man jedoch ein, erlebt man eine Überraschung. Das Ehepaar Wiley ließ sich von den wilden, blumenreichen Landschaften unter anderem Südafrikas und Kretas inspirieren. Dieser Garten vermag selbst die erfahrensten Gartenbesucher zu verblüffen. Vom ursprünglich flachen, sanft geneigten Terrain entwickelte er sich zu einer Welt aus Hügeln, Schluchten, Tümpeln, Wasserläufen und trockenen Flussbetten. Kurzum: ein gut gehütetes Geheimnis mit einer ausgesprochen vielfältigen und ansprechenden Bepflanzung.
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Great Dixter
Great Dixter gilt vielen als einer der schönsten Gärten Englands. Es ist der weltberühmte Garten des Gartenschriftstellers Christopher Lloyd. Er wohnte hier bis zu seinem Tod. Sein Vater Nathaniel hatte dem berühmten Architekten Lutyens den Auftrag erteilt, das historische Haus samt Garten umzugestalten. Christopher Lloyd ließ sich von keiner Meinung oder Mode leiten. Nach seinem Tod 2006 ging der Garten an den „Great Dixter Charitable Trust“ über. Es kommt selten vor, dass ein Garten nach dem Tod des Eigentümers noch schöner wird – doch genau das ist dem heutigen Verwalter gelungen. Überraschende Kombinationen in Rabatten und übriger Bepflanzung vor historischer Kulisse sorgen für ein unwiderstehliches Ergebnis.
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Sissinghurst Castle Garden
Viele Kenner zählen auch Sissinghurst Castle Garden zu den schönsten Gärten Englands. Einst diente dieser Ort als Gefängnis für französische Kriegsgefangene. Das Ehepaar Nicolson und Sackville-West erwarb das Gelände, auf dem damals nur noch wenige Ruinen standen. Die Mauern, die ursprünglich die Gefangenen einschließen sollten, wurden Teil des Gartens. Nicht viel später wurde die Anlage in der englischen Oberschicht bekannt. Viele kamen, um sie zu besichtigen. Sie ließen sich zudem von der prachtvollen Bepflanzung inspirieren, die häufig nach Farben angeordnet ist, und übertrugen diese Techniken später in ihre eigenen Gärten. Als der Garten nicht mehr selbst gepflegt werden konnte, ging er in die Hände des National Trust über. Heute ist Sissinghurst zum Paradestück des Trusts geworden. Die Besichtigung des White Garden, der Obstbäume und der Rosenrabatten – für unzählige Liebhaber sind dies unvergessliche Erlebnisse! Übrigens sind inzwischen auch die Bibliothek und das Arbeitszimmer, in dem Vita schrieb, für Besucher geöffnet.
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Tresco Abbey Gardens
Auch in diesem Garten finden sich Ruinen – in diesem Fall die einer ehemaligen Abtei. Früher bot der Garten wenig Schutz, sodass Laubbäume gepflanzt wurden. Spätere Eigentümer, die gerne um die Welt reisten, erweiterten die Pflanzen- und Baumsammlung um exotische Arten aus allen Kontinenten. Dank des milden Winterklimas, der vielen Sommer-Sonnenstunden und der hohen Mauern und Hecken rund um den Garten gedeihen diese außergewöhnlichen Pflanzen nun auch im Süden Englands.
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Preen Manor Garden
Tief verborgen in der Landschaft von Shropshire liegt Preen Manor. Der Zugang zu diesem Landhaus erfolgt durch ein großes Tor in einem Turm, der eher an eine Kirche als an ein Anwesen erinnert. Es ist daher wenig überraschend, dass sich hier einst ein Kloster befand. Rund um das Landhaus erstreckt sich ein prachtvoller Garten von außergewöhnlichem Niveau. Bei der Gestaltung wurde nicht nur geschickt mit den Höhenunterschieden des Geländes gearbeitet, sondern auch mit der horizontalen Gliederung. Sie finden hier keine endlosen, bis zum Rand gefüllten Rabatten, sondern bewusst ruhige Bepflanzungen. An anderen Stellen befinden sich unter anderem ein „Chess Garden“, ein „Pebble Garden“ und ein informeller Garten. Dieser Garten ist nicht für das breite Publikum geöffnet. Nur wenige Gruppen pro Jahr dürfen diesen wunderbaren Garten erleben.

Hidcote Manor Garden
Bis heute gilt Hidcote Manor Garden als eines der Meisterwerke der Gartenkunst. Die Ideen hinter dem sogenannten „Hidcote-Stil“ wurden vielfach kopiert und fließen nach wie vor in moderne Gartenentwürfe ein. Mister Johnston war einer der Ersten, der das Konzept der sogenannten Gartenräume konsequent umsetzte – das ist in Hidcote Manor Garden noch heute eindrucksvoll zu erleben. Eine weitere meisterhafte Balance besteht zwischen den intimen Gartenräumen und dem „Long Walk“: auf der einen Seite die Geborgenheit der Räume, auf der anderen Seite die theatralische Wirkung eines langen, breiten Graspfades. Kurzum: Dieser Garten bildet eine einzigartige Einheit, die im Lauf der Zeit nur noch besser geworden ist.

Bramdean Garden
Die Eigentümerin, Mrs. Wakefield, besitzt ein prachtvolles klassisches Haus mit einem ebenso klassischen Garten. Seit jeher gilt die doppelte Rabatte in diesem Garten unter Kennern als eine der besten im Vereinigten Königreich. Sie liegt zentral im Garten – man kommt an ihr einfach nicht vorbei. Ihr Aufbau ist klassisch, mit einer erlesenen Auswahl an Stauden: Nepeta (ein eigener Kultivar), Heliopsis, Echinops und Aconitum. Daneben finden sich eine prachtvolle Lathyrus-Sammlung, ein Gemüse- und Kräutergarten und vieles mehr.
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Buscot Park
Buscot House wurde im 18. Jahrhundert erbaut, die Gärten folgten später im 20. Jahrhundert. Das auffälligste Element des Gartens ist der Wassergarten: ein prachtvoller Kanal, der in verschiedene Höhenstufen unterteilt ist. Das Wasser fällt in einen tiefer gelegenen See, das Ganze wird durch zierliche Ornamente geschmückt. Die Alleen aus Linden, Eichen und Buchen, die den See mit dem Haus verbinden, wurden erst später gepflanzt. Der Entwurf folgt der Form eines Gänsefußes. Bemerkenswert ist auch die Bepflanzung im ursprünglichen „Kitchen Garden“ (Gemüsegarten). Zwar werden hier keine Gemüsepflanzen mehr angebaut, doch finden sich Gemüse und Kräuter in den Rabatten wieder – auf besondere Weise kombiniert mit unter anderem alten Rosen. Die doppelte Rabatte, die uns zum Ausgang führt, besticht durch sorgfältig aufeinander abgestimmte Blüten- und Blattfarben.

Trebah Garden
Trebah ist eigentlich eine Art Schlucht zwischen Felsen hindurch, die letztlich zum Meer hinabführt. In dieser Schlucht gedeihen Baumfarne, Gunnera und Palmen neben Rhododendren, Magnolien und zahlreichen weiteren Pflanzen. Das Gesamtbild wirkt ausgesprochen exotisch und zugleich idyllisch. Ergänzt wird dies durch einen Bachlauf mit Wasserfällen, Wassergärten und Teichen. Dieser Garten wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts vernachlässigt und fast vergessen – bis die heutigen Eigentümer ihn in den 1980er-Jahren erwarben. Nach mehreren Jahren harter Arbeit wurde der Garten Ende der 1980er wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Die Familie übergab ihn anschließend der Trebah-Lodge-Stiftung, die ihn bis heute verwaltet. Trebah besitzt eine der besten Pflanzensammlungen Cornwalls. Es ist kein großer Garten, aber einer mit außerordentlich viel Abwechslung.

Kiftsgate Court Gardens
Unweit von Hidcote Manor Garden liegen die Kiftsgate Court Gardens. Kiftsgate hat eine weitaus dramatischere Ausstrahlung als Hidcote – das liegt an den deutlich stärkeren Höhenunterschieden. Diese eröffnen zudem herrliche Ausblicke über das Cotswold-Hügelland. Die Vorderfront des prachtvollen Hauses wirkt beinahe wie ein Tempel. Hohe Säulen verleihen dem Gebäude eine würdevolle Ausstrahlung, ausgeführt in Cotswold-Stein. Die Kombination aus Haus, herrlicher Landschaft und der noch prachtvolleren Bepflanzung ist kaum zu überbieten. Die Kletterrosen erreichen in Verbindung mit weiteren Sträuchern und Stauden ein außergewöhnliches Niveau. Nicht zu vergessen ist jene Rose, die den Namen des Anwesens trägt: Rosa ‚Kiftsgate‘ wächst hier in voller Pracht, mit Blütendolden von mehr als einem halben Meter Durchmesser.
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