Sein Ruf gründet sich vor allem auf große Projekte in Schweden, England und den Vereinigten Staten. Gemeinsam mit dem verstorbenen Henk Gerritsen von den Priona-Gärten, Ton ter Linden und Rob Leopold von Cruydt-Hoeck gilt er als eine der Leitfiguren der Dutch Wave – einer Strömung, in der naturnahe Bepflanzung und das Spiel mit den Jahreszeiten im Mittelpunkt stehen. Piet Oudolf hat weltweit Spuren hinterlassen. Wir stellen Ihnen die berühmtesten Piet-Oudolf-Gärten vor.
Die Piet-Oudolf-Gärten in New York
Nachdem Piet mit dem Lurie Garden in Chicago endgültig in den Vereinigten Staaten Fuß gefasst hatte, wuchs sein Bekanntheitsgrad dank seiner innovativen Art des Gartenentwurfs. Das ebnete den Weg für weitere Piet-Oudolf-Gärten in Amerika.
The Battery Bosque und The Gardens of Remembrance
The Battery Conservancy ist eine Vereinigung, die sich für die Aufwertung des historischen Manhattan einsetzt – jenes Stadtteils, der früher Nieuw Amsterdam hieß. Dieser Bereich war nur noch ein Schatten seiner selbst, und unter anderem Piet Oudolf erhielt gemeinsam mit den Freiwilligen dieser Vereinigung die Aufgabe, dies zu ändern.
Der erste Teil des Projekts wurde 2003 fertiggestellt und erhielt den Namen The Gardens of Remembrance – im Gedenken an die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001. Der zweite Teil, benannt The Battery Bosque, folgte 2005.

High Line
Einer der weiteren erfolgreichen Piet-Oudolf-Gärten in New York ist die High Line. Ein neues Wohnquartier in einem alten Industriegebiet sollte mit einer grünen Fläche attraktiver gemacht werden. Inspiriert von der Promenade Plantée in Paris und dem Südgelände in Berlin, entstand der Entwurf rund um die Überreste eines ehemaligen Industrieareals samt alter Bahntrasse. Eine der größten Herausforderungen war es, den Charakter dieser Hochbahntrasse zu bewahren. Dank seiner Erfahrung mit dem Lurie Garden in Chicago verfügte Piet Oudolf über umfassende Kenntnisse nordamerikanischer Pflanzen. Die langgezogene Form des High-Line-Parks führte zu einer Abfolge unterschiedlicher Pflanzungen, die nahtlos ineinander übergehen. Jede Bepflanzungsart hat ihre eigene Stimmung, die sich am spontanen Bewuchs des ehemaligen Industriegeländes orientiert. Die High Line ist zu einem überragenden Erfolg geworden. Menschen kommen gerne hierher, um zu entspannen, zu flanieren und andere zu treffen. Der Park vermittelt den Bewohnern das Gefühl, wirklich draußen zu sein. Das zog auch den Einzelhandel an, und die High Line hat sich von einem verlassenen Industrieareal zu einem lebendigen, pulsierenden Stadtteil gewandelt.

Der Maximilianpark in Deutschland
Verlassene Industrie und Bepflanzung – diese Kombination hat auch im Ruhrgebiet zu wunderbaren Piet-Oudolf-Gärten geführt. Um zu verhindern, dass die Schwerindustrie dieser Region vollständig verfällt, wurden einige alte Industriekomplexe zu öffentlichen Parks umgestaltet. So auch der Maximilianpark in Hamm, der auf einer ehemaligen Kohlenzeche entstand. Hier fand einst die erste Landesgartenschau statt, und danach wurde beschlossen, die Überreste in einen Stadtpark zu verwandeln. Der Park ist bereits seit 1984 für das Publikum geöffnet, doch Piet Oudolf hat die Bepflanzung überarbeitet und für zeitgemäßere Pflanzenkombinationen gesorgt. Das Verweben der Pflanzungen mit der Umgebung, eine Bepflanzung, die den Jahreszeiten folgt, und große Bestände an Ziergräsern – drei Elemente, die seinen Stil prägen – finden sich im Maximilianpark deutlich wieder.
Drömparken in Schweden
Die Pflanzen, die Piet Oudolf im Drömparken (Traumpark) verwenden wollte, waren in Schweden zum Zeitpunkt seiner Arbeit am Projekt noch nicht erhältlich. Daher mussten sie aus den Niederlanden geliefert werden. Im Winter sinkt die Temperatur im schwedischen Enköping regelmäßig weit unter den Gefrierpunkt – eine echte Herausforderung. Statt die Pflanzen abzudecken, entschied man sich für ein großangelegtes Experiment, in dem verschiedene Pflanzen auf ihre Winterhärte getestet wurden. Der Salbei-Fluss mit drei Salvia-Sorten erwies sich als großer Erfolg und war beim Publikum besonders beliebt. Jährlich besuchen zahlreiche Touristen den Park, der dadurch einen großen Einfluss auf Enköping und ganz Schweden hat. Er hat einen echten Wandel in der schwedischen Gartengestaltung angestoßen. Durch die Experimente mit vielfältigen Bepflanzungen wird inzwischen ein breiteres Spektrum an Pflanzen verkauft und verwendet.
Die Piet-Oudolf-Gärten in den Niederlanden
Auch in den Niederlanden hat Piet Oudolf seine Spuren hinterlassen. Denken Sie an den Gustav-Mahler-Platz in Amsterdam oder die verschiedenen Gärten am Maasufer in Rotterdam. Die außergewöhnlichste Geschichte jedoch dreht sich um den Vlinderhof im Máximapark in Leidsche Rijn. Die Initiative zu diesem Piet-Oudolf-Garten ging vollständig von Freiwilligen aus – und auch die Pflege liegt in ihren Händen. Der erste öffentliche Garten in den Niederlanden aus der Feder von Piet Oudolf! Die Geschichte des Vlinderhofs gleicht am ehesten einem Märchen, natürlich inklusive eines guten Endes.

Natürlich darf in dieser Erzählung der Garten des Meisters selbst nicht fehlen! Hier werden neue Pflanzen und Kombinationen erprobt, doch vor allem ist er der Privatgarten von Piet Oudolf und seiner Frau Anja. Die Bepflanzung verteilt sich auf verschiedene Bereiche des Geländes: den Vorgarten und den Raum rund um das Büro. Auch hier ist die Verwandlung von der kahlen Erde im Frühling zu einer blühenden Pflanzenfülle schlicht atemberaubend.






